logo thomas gruppe
19.04.2018 | Kategorie: News Presse - Zement

thomas baustoffthemen – Spezialbindemittel heute 2018

Der Einladung des Teams um Bernd Zimmermann folgten etwa 120 Kunden, Partner und Interessierte. Sie kamen nach Jena, um den drei interessanten Vorträgen zu folgen und sich für die anstehenden anspruchsvollen Bauaufgaben weiterzubilden und untereinander auszutauschen.

Auch wenn aus dornburger zement GmbH & Co. KG seit Februar 2018 thomas zement GmbH & Co. KG wurde, fand traditionell die Fachtagung zum Thema Spezialbindemittel statt. Der Einladung des Teams um Bernd Zimmermann folgten etwa 120 Kunden, Partner und Interessierte. Sie kamen nach Jena, um den drei interessanten Vorträgen zu folgen und sich für die anstehenden anspruchsvollen Bauaufgaben weiterzubilden und untereinander auszutauschen.

  „Was macht den Boden fest? Bodenmechanische, baustoffspezifische und technologische Aspekte der Bodenstabilisierung“

Univ. Prof. Dr.-Ing. Karl Josef Witt von witt & partner geoprojekt GmbH, Weimar referierte zum Thema der Bodenstabilisierung.

Nach einführender Definition des Begriffes Festigkeit ging er insbesondere auf die unterschiedlichen derzeit verwendeten Bindemittel und deren Reaktionsmechanismen im Boden-Bindemittel-Gemisch ein. Bei der Verwendung von Kalk ist es in erster Linie Kationen-Austausch-Reaktionen an der Wasserhülle der Tonmineralien, die zu einer Festigkeitszunahme führt. Die sich ausbildenden Festigkeiten sind eher gering. Dafür ist eine Zunahme der Festigkeit über lange Zeiträume zu beobachten, ursächlich dafür sind Puzzolanreaktionen mit Quarz und Tonerde. Verwendet man Zement, tritt eine schnelle und vergleichsweise starke Festigkeitszunahme ein. Als Ursache dafür nennt Professor Witt die Hydratation und Gefügeentwicklung des Zementsteins. Dabei spielt u. a. auch der Dosis-Effekt eine größere Rolle als beim Kalk. Anders als beim Kalk, wo ab einer bestimmten Zugabemenge keine weitere Zunahme der Festigkeiten mehr zu verzeichnen ist, führt die Erhöhung der Dosis des Zementes über einen weiten Bereich zu höheren Festigkeiten des Boden-Bindemittel-Gemisches. Beim Mischbindemittel verwies Professor Witt auf die synergetische Kopplung der genannten Wirkmechanismen. Im Anfangsstadium beobachten wir die Ausbildung einer Skelettsteifigkeit mit unverfestigten Aggregaten aus der Zementreaktion. Danach führen puzzolanische Reaktionen mit Silikaten und Aluminaten zu einer weiteren Verfestigung. Der Redner bezeichnet dies mit der Stabilisierungsphase, welche die Skelettsteifigkeit mit den verfestigten Aggregaten darstellt. Der Dosis-Effekt ist nicht so ausgeprägt wie beim Zement. Zur Thema Dauerfestigkeit stellte Professor Witt eine Studie im Zuge einer Masterarbeit vor. Diese zeigte den quantitativen Effekt intensiver zyklischer Belastung auf Prüfkörper in unterschiedlichem Alter.

 „ZTV E-StB 17 - Änderungen gegenüber der Fassung 09“     

Dr. Dipl.-Geol. Kai Uwe Schmidt, stellv. RAP-STRA Prüfstellenleiter der TPA GMBH Labor Bad Hersfeld, stellte Inhalte und  Formulierungen der abgelösten ZTV E StB 09 denen der im September letzten Jahres in Kraft gesetzten ZTV E StB 17 gegenüber.

 Dabei verwies er zum Beispiel auf den nun angepassten Abschnitt 3, früher „Boden und Fels, Geokunststoffe und Leichtbaustoffe“ jetzt „Boden und Fels; sonstige Baustoffe“. Dabei ändern sich nicht nur die  Bezeichnungen der einzelnen Abschnitte, Eingang finden vielmehr die Neuerungen der DIN 18300:2015-08, die die DIN 18300:2012-09 abgelöst hat. Dabei wird die bisher verwendete Beschreibung des Baugrundes über die Bodenklassen durch die Beschreibung von Homogenbereichen ersetzt. Bei deren Festlegung für die Erdbauarbeiten sollen dabei alle  notwendigen Erdbauprozesse einbezogen werden. Diese wären Lösen, Laden, Fördern, Behandeln, Einbauen und Verdichten.  Diese Neuerung stellt auch neue Anforderungen an die Erstellung der Leistungsverzeichnisse. So riet Dr. Schmidt davon ab, verschiedene Homogenbereiche in einer LV-Position zusammenzufassen. Sollte dies aus bestimmten Gründen unumgehbar sein, sollten wenigstens die prozentualen Anteile der jeweiligen Homogenbereiche angegeben werden. Ansonsten kann diese Art der Leistungsbeschreibung in vielen Fällen zu unterschiedlichen Auffassungen der Vertragspartner bei der Abrechnung der Bauleistung und damit zu Streitigkeiten führen. Auch an die Baugrunduntersuchung und Baugrundbeschreibung werden dadurch höhere Anforderungen gestellt. An einigen Beispielen zeigte der Referent, wo sich dort Fehler oder Mängel einschleichen können.  Für die Ermittlung der notwendigen Parameter zur Beschreibung der Eigenschaften und Kennwerte für Böden und Fels verwies Dr. Schmidt auf das Merkblatt „M GUB Merkblatt über geotechnische Untersuchungen und Berechnungen im Straßenbau 2004“. Im weiteren Verlauf seines Vortrages zeigt er an einzelnen Beispielen weiter Unterschiede der alten und neuen Fassung der ZTV E. So findet sich z. B. im Abschnitt 11 „Schutzwälle“ unter dem Punkt 11.2. Einbau und Verdichten“ die Forderung nach einem Verdichtungsgrad von nunmehr 97 %, vorher 95 %. Auch der Abschnitt 12 „Bodenbehandlung mit Bindemitteln“ enthält wichtige Änderungen. So enthält der Punkt 12.4.2.1 „Bindemittelmenge bei hydraulischen Bindemitteln“ jetzt folgenden Satz: „Für die Festlegung der Bindemittelmenge von fein- und gemischtkörnigen Böden sind die Ergebnisse der Eignungsprüfung nach TP BF-StB, Teil B 11.1 maßgebend.“ In Tabelle 7 (vorher Tabelle 6) wird die geforderte Druckfestigkeit von 6 N/mm² im Alter von 28 Tagen auf 4 MPa im Alter von 28 Tagen herabgesetzt. Insgesamt erfolgte in der neuen ZTV StB 17 eine Anpassung der Texte an aktuelle Normen und Begriff-Definitionen. Abschließend empfahl Dr. Schmidt das vergleichende Lesen beider Fassungen, um sich alle Unterschiede zu erarbeiten.

 „TERRAcret ® und KIMM SATOG ® - moderne Verfüllbaustoffe“

 Dr.-Ing. Manuel Göbel, Technischer Vertrieb und Produktmanagement Firmengruppe KIMM, hielt den dritten Vortrag. Nach einer kurzen Vorstellung der Firmengruppe KIMM beschäftigte er sich mit der praktischen Anwendung von Flüssigböden, im Hause KIMM unter dem Label „TERRAcret“ geschützt und vermarktet.

 Dabei ging er zuerst einmal auf die Eigenschaften der Flüssigböden ein. Sie sind zeitweise fließfähig, selbst verdichtend, setzungsfrei, sie nivellieren sich in bestimmten Grenzen selbst und sind relativ leicht wieder auszubauen (Spatenlösbarkeit). Diese Eigenschaften bieten große Vorteile bei enger Bebauung, sich kreuzenden oder eng aneinander liegenden  Medien, Einschränkungen durch den Verbau oder angrenzender denkmalgeschützter bzw. alter Bausubstanz. Weiterhin lässt sich damit auch eine Fehlerquelle beim konventionellen Einbau, die unzureichende Verdichtung der Rohre im Zwickelbereich, vermeiden. Setzt man Flüssigboden ein, wir dieser Bereich hohlraumfrei verfüllt und durch die selbstverdichtende Eigenschaft dauerhaft stabilisiert. Auch Hohlräume oder Ausbrüche in der Verfüllzone können so vollständig und tragfähig ausgefüllt werden.  Auch eine Minderung von Gefahrenquellen für im Graben tätige Bauarbeiter durch einstürzende Seitenwände, herabfallende Arbeitsmittel und herabfallendes Material wird erreicht, da sich bei der Verfüllung mit Flüssigboden niemand im Graben aufhalten muss. Dr. Göpel ging  auch auf die Qualitätssicherung dieser Baustoffe ein. Die Herstellung von TERRAcret® erfolgt auf der Basis ausgewählter Sande und Kiese unter Verwendung von speziellen Compounden zur Erreichung der geforderten Eigenschaften wie z. B. carbofill ®S und carbofill ®E. Geprüft werden die Eigenschaften nach dem FGSV Hinweisblatt H-ZFSV. Darin werden Eigenschaften wie Ausbreitmaß und einaxiale Druckfestigkeit als Maß für die Wiederausbaufähigkeit festgelegt.  Seine Vielfältigkeit stellt der Baustoff auch dadurch unter Beweis, dass er auch auf ganz spezielle Anforderungen wie z. B. Einsatz im Fernwärmebau (isolierend), im Gasleitungsbau (gasdurchlässig) und im Höchstspannungsleitungsbau (erhöhte Wärmeleitfähigkeit) angepasst werden kann.  Zum Ende seines Vortrages ging der Redner noch auf KIMM SATOG, ein gemeinsam von Kimm und thomas zement entwickeltes Produkt zur Verfüllung und mineralischen Kapselung von Rohgräben in Trinkwasserschutzgebieten, ein. Dazu wird unter Verwendung von Largo BM von thomas zement und speziell konfektionierten Sanden von KIMM unter gezielter Zugabe von Wasser ein rein mineralisches Produkt hergestellt, welches schrumpf- und schwindfrei ist und sich gut verdichten lässt. Es erzielt eine hohe Dichtigkeit von bis zu kf = 10-10, ist nicht hydraulisch abbindend und kann auf Grund seiner Zusammensetzung und auch in Trinkwasserschutzgebieten eingesetzt werden.  Durch diese Eigenschaften hat man ein ökologisches Produkt, dass selbst bei beschädigten Rohren in der Lage ist, ein Austreten oder Eindringen von Wasser zu verhindern sowie Durchwurzelungen zu erschweren. KIMMSATOG ist ein Schüttgut, kann lose im Sattelzug oder verpackt in Big Bag zur Baustelle transportiert werden. Da es nicht hydraulisch abbindet, kann es später auch wieder ausgebaut und problemlos wiederverwendet werden.

Abendprogramm

 Zum Ausklang des Tages lud der Veranstalter noch ins  Planetarium Jena ein, um dort eine „Best Of Show“ erleben, die die Zuschauer auf einer Reise durch Ausschnitte aus den letzten Programmen entführte. Der Abend fand im Restaurant Bauersfeld mit einem gemeinsamen Essen seinen Ausklang. 

thomas zement GmbH & Co. KG
Per E-Mail:
mailto:silke.guthmann@thomas-gruppe.de
Tel.: +49 (36427) 861 148
Fax: +49 (36427) 22 323