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Neubau - Bürogebäude in Simmern

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26.01.2012

dornburger baustoffthemen 2012

Zu den diesjährigen dornburger baustoffthemen konnten die Geschäftsführer Eckhardt Thomas und Heiko Theuerkauf mehr als 120 Kunden und Partner von dornburger zement am Veranstaltungsort in Weimar begrüßen. Ein interessantes Programm von aktuellen Baustoff-Themen erwartete die Gäste der zweitägigen Veranstaltung unter der Überschrift „Concretes“.

Beton für Brückenkappen

 „Neue Lösungen für ein altes Problem“ - so präsentierte Dipl. Ing. Thomas Richter der BetonMarketing Ost GmbH eine Zusammenstellung historischer und aktueller Schadensanalysen von Brückenkappen in Deutschland. Auffällig ist, dass einige Kappen oftmals schon nach wenigen Jahren kostenintensiv instandgesetzt werden müssen, andere hingegen weitgehend schadensfrei viele Jahre überdauern. Aus früheren und aktuellen Untersuchungen lassen sich keine Zusammenhänge zwischen Schädigungsgrad und Zementsorte, Betonfestigkeitsklasse oder Art des Zusatzmittels erkennen. Vielmehr gibt es Hinweise auf den Einfluss der Herstellbedingungen (besonders auf die Nachbehandlung), das Betonalter bei der ersten Salzbelastung, Anzahl und Stärke der Frost-Tau-Wechsel und Intensität des Einsatzes von Taumitteln. Das DBV-/VDB- Merkblatt „Brückenkappen aus Beton“ wurde hinsichtlich seiner wesentlichen Inhalte im Vortrag als aktueller Stand der Technik vorgestellt.

Herstellung von Betonmörtel auf Betonmischanlagen - mit carbofill© leicht gemacht

Das bei dornburger zement entwickelte Bindemittel carbofill® S bietet eine leistungsfähige und wirtschaftliche Grundlage für die Herstellung von Bodenmörteln, die auf Transportbetonanlagen hergestellt werden können. Dipl.-Ing. Stephan Mühlbach, bei der dornburger zement GmbH & Co. KG für die Beratung und den Vertrieb von Sonderbaustoffen verantwortlich, erläuterte anschaulich die Vorteile und den Nutzen durch den Einsatz dieses Bodenmörtels. Mit einer Basiseinsatzmenge von nur 50 kg carbofill® S pro m³ Bodenmörtel wird neben der Zugabe von Sand und Wasser eine robuste Mischung erzeugt. Hinsichtlich Fließfähigkeit, Stabilität und Festigkeitspotential erfüllt dieser Bodenmörtel nach seiner Erhärtung alle Ansprüche an einen zeitweise fließfähigen, selbstverdichtenden Verfüllbaustoff mit bodenähnlichen Eigenschaften. Die Dosierung von carbofill® S kann dabei sowohl aus einem Silo der Mischanlage erfolgen, als auch verpackt in wasserlöslichen Papiersäcken direkt in den Mischer oder Fahrmischer. Transportbetonwerken wird so eine einfach handhabbare Möglichkeit geboten, neben dem laufenden Betonbetrieb, ein modernes und zukunftsfähiges Produkt anzubieten. Dies wurde durch Anwendungsbeispiele aus der Praxis untermauert, z.B. bei der Verfüllung von Leitungszonen in Kanalgräben, die Hinterfüllung von Bauwerken, die Einbettung von Wasserbehältern oder Kleinkläranlagenmodulen.  Von der Qualität eines Bodenmörtels auf der Basis von carbofill® S konnten sich die Besucher an dem ausgestellten Modell einer Kanalverfüllung selbst überzeugen.

Fasern aus Kunststoff – nur eine Alternative zu Stahlfasern? 

Mit ihren speziellen Eigenschaften erweitern die Kunststofffasern aber das Einsatzgebiet von Faserbetonen erheblich. Besonders hervorzuheben ist die hohe Beständigkeit gegenüber einem chemischen Angriff auf den Beton. Für ihre Verwendung in Betonen für Stallanlagen, Biogasbehältern und Abwasseranlagen ist das ihre prädestinierende Eigenschaft. Überall dort, wo die Korrosion von oberflächennahen Stahlfasern die langfristige Betonoptik stört, ebenfalls. Die nichtvorhandene elektrische Leitfähigkeit und Nichtmagnetisierbarkeit sind Eigenschaften, die mit Sicherheit noch spezielle Anwendungsfälle generieren werden, so Dr. Klaus Rieder.  Anhand von Anwendungsbeispielen im Straßenbau (Whitetopping), konnten an den unter Verwendung von Makro-Kunststofffasern hergestellten dünnen Betonschichten die hervorragenden Eigenschaften dieser Fasern unter realen Verkehrs- und Umweltbedingungen nachgewiesen werden.

Spannender Betongigant am Schmidtstedter Knoten in Erfurt

Wer auf dem Weg in die Erfurter City ist, kommt am Schmidtstedter Knoten vorbei. Einem zentralen Verkehrsknoten, der von einer weitläufigen Eisenbahnbrücke überspannt ist. Am Beispiel eines Trägers, der für die Spurerweiterung der Brückenkostruktion benötigt wurde und der mit einer Länge von 21 m und einem Gesamtgewicht von 136 Tonnen ein wirklicher Betongigant ist, stellte Ing. Klaus Vogt von der BFE Beton Fertigteilbau Erfurt GmbH eindrucksvoll die Leistungsfähigkeit seines Unternehmens unter Beweis. Mit beeindruckenden Bildern von der Fertigung, über den Transport, bis zum Einbau des Giganten konnte er das Publikum nachträglich in das Projekt einbeziehen und begeistern. Während seines Vortrages bedankte sich Klaus Vogt für die Unterstützung des Kompetenzzentrums von dornburger zement . Mittels Ultraschall-Messung im erhärtenden Bauteil war es überhaupt erst möglich, den sicheren Zeitpunkt für mindestens 32 N/mm² Abhebefestigkeit zu ermitteln. Bei dem hohen Eigengewicht des Bauteils mussten alle Befestigungselemente im Beton mit 100 % iger Sicherheit halten – hier gab es keinen zweiten Versuch!

Nachhaltige und leistungsstarke Betone – zwei Welten?

Technische und ökonomische Zwänge waren schon immer Triebkraft für die Entwicklung von Baustoffen und Bautechnik. Neu ist, dass auch ökologische Gesichtspunkte einen zunehmenden Entwicklungsdruck ausüben. Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit sind Ansprüche, die ein moderner Baustoff heute ebenfalls erfüllen muss. So hat Prof. Dr.-Ing. Horst-Michael Ludwig, Direktor des F.A. Finger Institutes für Baustoffkunde an der Bauhaus-Universität in Weimar, seinen Vortrag eingeleitet.

Ökobilanzen auf der Basis von Umweltproduktdeklarationen werden zukünftig den Einsatz und die Bewertung von Baustoffen wesentlich beeinflussen und Einzug in das Baugeschehen halten. Die durch die Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen e.V. vergebene Gebäudezertifizierung sei ein erstes Beispiel in diese Richtung, so Horst- Michael Ludwig.

Mit den globalen Bestrebungen, den industriellen Ausstoß von CO2 zu verringern, ist gerade die Zementindustrie besonders herausgefordert. Immerhin entstehen 5 - 7 % der weltweiten CO2 –Emissionen aus dem Herstellungsprozess von Zement. Bei jeder Tonne Portlandzementklinker werden 825 kg CO2 erzeugt und an die Umwelt abgegeben. Darin begründet sich der Haupteffekt CO2 einzusparen, indem wirksam der Anteil von Portlandzementklinker in den Zementen reduziert wird. Dafür stehen heute viele erprobte Compositrohstoffe zur Verfügung. Neben den Praxiserfahrungen in der Verwendung dieser Materialien, existieren weitreichende wissenschaftlich-technische Grundlagen, die deren Wirkmechanismus erklären und rechtfertigen. CEM II Zemente, die unter Verwendung von Hüttensand, Kalkstein oder mit beiden Komponenten hergestellt werden, haben heute mindestens gleiche physikalische Eigenschaften wie vergleichbare CEM I Zemente. Bezüglich der Dauerhaftigkeit (Karbonatisierung, Frost- und Frost-Tausalz-Widerstand) weisen diese Zemente im Beton sogar ein deutlich verbessertes Potential gegenüber CEM I Zementen auf. Dies konnte Herr Prof. Ludwig anhand von vergleichenden Untersuchungen, die am F.A. Finger-Institut über einen längeren Zeitraum durchgeführt worden, eindrucksvoll belegen. Damit konnte die im Titel des Vortrags gestellte Frage eindeutig beantwortet werden: nachhaltig und dauerhaft, das ist eine Welt!

Abendprogramm

Am Abend lud Geschäftsführerin Anett Mysliwiec die Gäste der dornburger baustoffthemen zunächst zu einem Orgelkonzert der besonderen Art in die geschichtsträchtigen Kirche des Schlosses Ettersburg ein. Neben bekannten Stücken der klassischen Kirchenmusik wurden auch Titel aus der neuzeitlichen Musikszene gespielt.

Im Anschluss ging es zum Abendessen in den Gewehrsaal des Schlosses. Die regen fachlichen und persönlichen Gespräche der Teilnehmer wurden mit Pianomusik von Vinzenz Heinze umrahmt. Ein weiterer Höhepunkt des Abends war eine Akrobatikvorstellung, die zum allseitigen Erstaunen führte, was mit Muskelkraft und Körperbeherrschung möglich ist. Am Ende waren sich alle einig: ein rundum gelungener Abend in historischer Atmosphäre!

Empathie, Fairness, Vertrauensbildung im Führungsalltag

Wie funktioniert das Gehirn? Wie erkennt und durchbricht man Denk-, Gefühls- und Handlungsmuster? Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer, Ärztlicher Direktor der Psychiatrischen Universitätsklinik in Ulm, präsentierte am zweiten Tag der Veranstaltung in verständlicher, aber wissenschaftlich fundierter Art, -gewürzt mit einer Prise schwäbischem Humor-, die neuesten Erkenntnisse der Psychologie und Gehirnforschung.

Mit brillanter Rhetorik und einprägsamen Beispielen übertrug er leicht verständlich die Themen der kognitiven Neurowissenschaften zum Lernen von der Theorie in die Praxis.

Anhand von nachhaltig wirkenden Fotos und Schaubildern erläuterte er anatomische Grundlagen, wie der Sitz unseres emotionalen Kontrollzentrums im Mandelkern oder die Funktionsweise des Gehirns und die elektrochemische Übertragung von Reizen über Nervenzellen und Synapsen.

„Wiederholung bahnt Wege“, so funktioniert auch unser Gehirn. Die Wiederholung von ähnlichen Prozessen, sogenannte Regelhaftigkeiten, schlagen sich im Gehirn als Pfade nieder. Die Synapsen der Nervenzellen wachsen also gebrauchsabhängig. Das Gehirn sorgt dafür, dass sich Spuren, die immer wieder benutzt werden, zu Strukturen verfestigen. Was heißt das für uns und das Lernen? Durch Wiederholungen und vieles Üben ändert sich die interne Zuordnung der Neuronen, die Nervenzellen haben ständigen Input. Unsere Gehirnzellen wachsen ständig, Nervenzellen können sogar unter bestimmten Bedingungen nachwachsen. Nichtgenutzte Zellen sterben ab, übermäßiger Alkoholkonsum oder ständiger Stress zerstören das Gehirn, wie ein MRT-Foto nachwies.

Man spürte sehr deutlich, dass es Manfred Spitzer ein besonderes Anliegen ist, die Korrelation zwischen Mediennutzung und neuronaler Entwicklung von Kindern und Jugendlichen aufzuzeigen. „Denken Sie daran, wenn die falschen Spuren im Gehirn erst eingeprägt sind, bekommt man sie nicht mehr weg.“

Er stellte in seinem Vortrag Kunden, Partnern und Mitarbeitern der thomas gruppe viele neue und überraschende Erkenntnisse der Neurowissenschaften zur Verfügung. Ein klares Fazit konnte man nach dem hochinteressanten Tag ziehen: Man kann das Gehirn nicht daran hindern, dass es lernt.

Informationsmaterial

Weiterführende Informationen sowie die Fachvorträge des 1. Tages sind bei dornburger zement als Stoffsammlung auf CD zu bestellen.

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